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Was sind Blended-Learning-Kurse und wie können Sie sie gestalten?

Forschungsergebnisse belegen, dass ein Blended-Learning-Ansatz die Qualität und Quantität des Lernens verbessert. Wie sieht ein Blended-Learning-Kurs aus? Und wie können Sie ihn erstellen? Wir beantworten diese beiden Fragen und führen Sie durch einige Blended-Learning-Modelle, die Sie anwenden können.

Kasper Spiro
blended classroom

Was sind Blended-Learning-Kurse?

Bevor wir die Definition von Blended-Learning-Kursen genauer betrachten, ist es wichtig, zu klären, was Blended Learning ist. Blended Learning ist ein Lernansatz, der sich traditionelle Präsenzschulungen und Online-Lernen zunutze macht. Was macht Blended-Learning-Kurse aus?

Blended-Learning-Kurse ermöglichen es Lernenden, in ihrem eigenen Tempo zu lernen. Eine Kombination aus Online- und Präsenzschulungskomponenten bietet Lernenden einen flexibleren Umgang mit den Lernmaterialien. Auf Ausbilder*innen kann der gesamte Prozess anfänglich etwas überwältigend wirken, vor allem wenn sie jahrzehntelange Erfahrung mit Präsenzschulungen haben. Daher haben wir unsere Top-Tipps zur Gestaltung von Blended-Learning-Kursen und zur Anwendung dieses Lernansatzes zusammengestellt. Mit diesen Tipps sollten Sie nicht nur in der Lage sein, effektive Kurse zu erstellen, sondern auch perfekte Blended-Learning-Kurse.

Erfahren Sie, was Blended Learning ist, informieren Sie sich über die Modelle und Vorteile.

10 Tipps zum Erstellen von Blended-Learning-Kursen

Wir haben unsere Top-Tipps zusammengestellt, um Ihnen bei der Gestaltung von Blended-Learning-Kursen zu helfen:

1. Berücksichtigen Sie den Grundgedanken

Stellen Sie sicher, dass Ihr Grund für die Einführung eines Blended-Learning-Ansatzes ein zentraler Bestandteil Ihrer Strategie ist. Wenn Sie es sich beispielsweise zum Ziel gesetzt haben, Ihren Ansatz besser auf unterschiedliche Lernstile auszurichten, vergewissern Sie sich, dass Ihre Strategie dies widerspiegelt.

2. Haben Sie die Lernziele vor Augen

Auch bei Blended-Learning-Kursen sollten Sie Ihre Lernziele im Auge behalten. Haben Sie eine klare Vorstellung von den gewünschten Lernzielen, bevor Sie beginnen und integrieren Sie sie in Ihre Strategie.

3. Denken Sie darüber nach, was die Lernenden benötigen

Da die Lernenden letztlich diejenigen sind, die Ihre Blended-Learning-Kurse belegen, ist es wichtig, bei der Ausarbeitung Ihrer Strategie darüber nachzudenken, welche Lernerfahrung Sie ihnen bieten möchten. Sie können auch mithilfe einer Umfrage zur Lernerfahrung Feedback sammeln. Dies kann Ihnen dabei helfen, die Lernenden besser zu verstehen und Ihre Lerninhalte stärker auf ihre Bedürfnisse zuzuschneiden.

Erstellen Sie Ihr Blended-Learning-Konzept

Unsere Expert*innen haben den ultimativen Leitfaden zusammengestellt, der Ihnen dabei hilft, ein Blended-Learning-Konzept zu erstellen und ein erfolgreiches Programm zu starten.

4. Stellen Sie sicher, dass Ihre Komponenten gut ineinandergreifen

Denken Sie daran, dass das Endziel eines Blended-Learning-Kurses darin besteht, Lernenden beim Erreichen der gewünschten Lernziele zu helfen. Das bedeutet, dass jede Komponente, die Sie hinzufügen, die anderen ergänzen sollte. Unabhängig davon, ob Sie einen Online-Kurs, eine Präsenzschulung oder ein Hausaufgaben-Quiz hinzufügen, vergewissern Sie sich, dass die einzelnen Komponenten Ihres Blended-Learning-Kurses wirksam ineinandergreifen.

5. Haben Sie keine Angst davor, Kurse von Grund auf zu erstellen

Wenn bereits Lernmaterialien vorhanden sind – vor allem solche, die Sie seit Langem nutzen – ist es natürlich einfach, sie für Ihre neuen Blended-Learning-Kurse wiederzuverwenden. Wir raten Ihnen jedoch davon ab und empfehlen Ihnen stattdessen, Ihren Blended-Learning-Kursen eine neue Perspektive zu verleihen. Das bedeutet, es ist völlig in Ordnung, Komponenten veralteter Lektionen durch neue Inhalte zu ersetzen, die größeren Anklang bei den Lernenden finden.

6. Wählen Sie Tools, die auf die Bedürfnisse von Ausbilder*innen und Lernenden zugeschnitten sind

Es gibt zahlreiche digitale Tools zum Erstellen von Lerninhalten. Ihre Ziele und auch die der Lernenden und Ausbilder*innen im Auge zu behalten, trägt zur Auswahl der richtigen Tools bei. Wenn Sie zum Beispiel den Ansatz des Mitarbeiter-generierten Lernens anwenden, bei dem Subject-matter Experts (Fachexpert*innen) in Ihrem Unternehmen Lerninhalte für ihre Kolleg*innen erstellen, benötigen Sie ein Autoren-freundliches Tool. Komplexe Authoring-Tools für Instruktionsdesigner*innen sind womöglich ungeeignet.

7. Messen Sie allen Komponenten Ihrer Blended-Learning-Kurse die gleiche Bedeutung bei

Wenn Blended Learning noch Neuland für Sie ist, ist es einfach, zu viel Aufwand in die Präsenzschulungskomponenten Ihrer Strategie zu investieren. Denken Sie daran, dass es beim Blended Learning um mehr geht, als nur darum, Online-Aspekte zu Ihrem vorhandenen Präsenzschulungsmaterial hinzuzufügen. Es ist wichtig, sich ebenso viel Zeit für die Gestaltung eines durchdachten Online-Ansatzes zu nehmen, um Lernenden bei der Erreichung ihrer Ziele zu helfen.

8. Schaffen Sie Raum für kollaboratives Lernen

Kollaboratives Lernen kann dazu beitragen, die Lernerfahrung maßgeblich zu verbessern. Überlegen Sie, welche Möglichkeiten zur Zusammenarbeit Sie Lernenden in Ihren Blended-Learning-Kursen bieten können.

9. Testen Sie Ihre neuen Blended-Learning-Kurse

Nachdem Sie Ihre neuen Blended-Learning-Kurse erstellt haben, lohnt es sich, sie zu testen, um mögliche Fallstricke und Verbesserungsspielraum zu identifizieren. Dies ist besonders wichtig, wenn Sie zum ersten Mal eine groß angelegte Strategie einführen, die zahlreiche Mitarbeitende Ihres Unternehmens betrifft.

10. Überzeugen Sie Lernende und Vorgesetzte von der Effektivität

Wenn Blended Learning noch Neuland für Ihr Unternehmen ist, ist es ebenfalls wichtig, Lernende und Vorgesetzte von der Wirksamkeit zu überzeugen. Der Austausch von Daten über die Vorteile von Blended-Learning-Kursen kann dazu beitragen, firmeninterne Bedenken auszuräumen.

Insider-Strategien für die Gestaltung Ihrer Blended-Learning-Kurse

Ergänzend zu den 10 vorstehenden Tipps haben wir einige Insider-Strategien zusammengetragen, um Ihnen bei der Optimierung Ihrer Kurse zu helfen:

Kursrhythmus

In jüngster Zeit konnten wir feststellen, dass viele Ausbilder*innen lediglich einige Online-Lernelemente zu ihren traditionellen Präsenzschulungen hinzufügen und auf das Beste hoffen. Wenn Sie dies tun, erzielen Sie womöglich nicht die besten Ergebnisse, da Sie für Blended Learning einen anderen Denkansatz benötigen. Statt Online-Komponenten im Nachhinein zu Ihrem Kurs hinzuzufügen, sollten Sie beide Lerntypen miteinander integrieren, damit sie wie die Rädchen einer gut geölten Maschine ineinandergreifen.

So könnten einige Kurse zum Beispiel mittwochs und weitere Kurse zwei Tage später freitags stattfinden. Bei ordnungsgemäßer Umsetzung sollten die Freitagskurse die Inhalte der Mittwochskurse ergänzen und auf das Gelernte aufbauen. Prinzipiell sollten die am zweiten Tag stattfindenden Kurse immer das Wissen festigen, wenn auch auf etwas andere Art und Weise; vielleicht möchten Sie die Inhalte auf realitätsnahe Beispiele anwenden, um den Lernprozess nicht rein theoretisch zu gestalten. Freitags sollten Sie dann eine Vorschau auf die Inhalte am kommenden Mittwoch geben usw.

Inhalt und Modus im Vergleich

Wenn Sie Blended-Learning-Kurse erstellen, müssen Sie den Unterschied zwischen Inhalt und Modus verstehen. Der Inhalt bezieht sich auf die Lehrmaterialien, einschließlich Lektionen, Aufgaben und Lektüren. Der Modus hingegen beschreibt die Methode, mit der die Informationen bereitgestellt werden, zum Beispiel Diskussionsforen, Textbücher oder Videos. Wenn Sie diese beiden Faktoren unterscheiden, können Sie schnell herausfinden, welche Bereitstellungsform sich am besten für die Endnutzer*innen eignet. Vorträge können zum Beispiel sowohl während als auch außerhalb des Präsenzunterrichts durch Online-Ressourcen abgedeckt werden. Wenn die Interaktion während des Vortrags wichtig ist, können Sie sich für eine Präsenzveranstaltung entscheiden, da Sie verschiedene Aktivitäten und Anleitungen für Mitlernende darin einbinden können.

Planen Sie die Lernzeit

Abschließend empfehlen wir, die Abfolge der einzelnen Lernelemente bei der Gestaltung Ihrer Blended-Learning-Kurse zu planen. Wenn Feedback benötigt wird oder Sie möchten, dass Lernende zur Vertiefung des Wissens zusammenarbeiten, benötigen Sie Präsenzschulungseinheiten. Hausaufgaben, Lektüren und vergleichbare Lernaufgaben können zuhause durchgearbeitet werden. Im Grunde sollten Sie eine Lernlandkarte erstellen, die bestimmt, wann und wie Lernende die einzelnen Prozessschritte lernen werden. Dadurch kontrollieren Sie im Prinzip schon fast den Lernfortschritt, und können nach der ersten Lerneinheit weitere Sitzungen anbieten, mit denen Lernende ihr Wissen erweitern können.

Blended-Learning-Modelle

Berücksichtigen Sie abschließend die nachstehenden Modelle für die Struktur Ihrer Blended-Learning-Kurse:

Umgedrehter Unterricht („Flipped classroom“)

Beim umgedrehten Unterricht drehen Sie die reguläre Ausbildungsstruktur um – Hausaufgaben werden im Schulungsraum gemacht und die Lektion wird zuhause durchgearbeitet. Auf diese Weise können sich Ausbilder*innen nicht nur stärker darauf konzentrieren, Lernenden beim Anwenden der Inhalte zu helfen, sondern auch das Lernen auf höherer Ebene priorisieren. Zuhause lernen die Lernenden mithilfe eines E-Learning-Kurses in ihrem eigenen Tempo, können eine Lektion bei Bedarf wiederholen oder schnell überfliegen.

LECOM gehört zu den Unternehmen, die Easygenerator im Rahmen Ihres Blended-Learning-Ansatzes nutzen. LECOM erstellt einen E-Learning-Kurs mit Easygenerator, den Lernende zuhause durcharbeiten und der Lektüren, Videos, Fragen und ein Quiz beinhalten kann. Dies ist eine der Methoden, die das Unternehmen im Rahmen seines umgedrehten Unterrichts einsetzt. Während der nachfolgenden Präsenzschulung:

  • diskutieren die Lernenden die Schulung
  • erhalten sie ein weiteres Quiz
  • teilen sie sich in Gruppen auf, um ein bestimmtes Szenario zu diskutieren
  • bilden die Lernenden Gruppen, um Fragen, die sie während des E-Learnings erhalten haben, zu besprechen
  • diskutieren die Lernenden die Fragen in der Gruppe

Vorbereitender Unterricht (Pre-Teaching)

Mithilfe dieser Methode können sich Lernende vor der eigentlichen Schulungssitzung mit dem Vormaterial/der Lektion vertraut machen. Dieses „Pre-Teaching“ oder „Pre-Onboarding“ ermöglicht es ihnen, sich vorzubereiten und ein Wiederholen der Grundlagen während der Präsenzschulung zu vermeiden. Folglich können Ausbilder*innen die Unterrichtszeit für Diskussionen und Rückfragen nutzen.

Aneignung von Wissen

Um die Lernqualität zu verbessern, müssen Sie die Aneignung von Wissen gewährleisten. Lernende vergessen das Gelernte binnen Kurzem wieder. Es muss wiederholt werden, damit sie es verinnerlichen. E-Learning ist eine einfache Lösung zur Handhabung dieses Problems. Erstellen Sie einen Online-Kurs oder -Test, um die Wissensaneignung zu überprüfen und zu garantieren.

Electrolux ist ein weiteres Unternehmen, dass Easygenerator im Rahmen seiner Blended-Learning-Strategie nutzt. Electrolux integriert E-Learning folgendermaßen in seine Kurse:

  • Durch die Vorbereitung vor der Präsenzschulung – dies stellt sicher, dass die Teilnehmer*innen über dasselbe Grundwissen verfügen
  • Durch Wiederholung nach der Präsenzschulung – dies gewährleistet, dass das Gelernte nicht der Vergessenskurve zum Opfer fällt

Für viele ist die Gestaltung von Blended-Learning-Kursen mit Stress verbunden und der Prozess kann bis zu sechs Monate dauern. Sie müssen daher immer Geduld und Entschlossenheit mitbringen, denn die Ergebnisse werden sich bei ordnungsgemäßer Umsetzung einstellen. Testen Sie nach Möglichkeit kontinuierlich, um Feedback zu erhalten und Ihren Kurs weiter zu verbessern. Wenn Sie dies tun und die vorstehenden Tipps befolgen, können Sie davon ausgehen, dass Ihr E-Learning-Kurs bei den Lernenden ein voller Erfolg wird.

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Über den Autor

Kasper Spiro ist Co-Founder & Chief Learning Strategist von Easygenerator sowie ein anerkannter Vordenker in der Welt des E-Learning. Mit über 30 Jahren Erfahrung ist er ein häufig angefragter Hauptredner und bekannter Blogger in der E-Learning-Community.

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