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„Lernziele“ und „Lernergebnisse“ im Vergleich

Auf den ersten Blick scheint es keinen Unterschied zwischen „Lernzielen“ und „Lernergebnissen“ zu geben. Oftmals werden diese Begriffe synonym verwendet. Unser Artikel erklärt die vorhandenen Unterschiede und ihre Bedeutung für die Steigerung der E-Learning-Effektivität.

Kasper Spiro
Nahaufnahme eines Dartboards, in dem ein gelber Pfeil im achten Ring steckt, der das Erreichen der Lernziele oder Lernergebnisse verdeutlicht.

Auf den ersten Blick mag man meinen, dass es keinen Unterschied zwischen „Lernzielen“ und „Lernergebnissen“ gibt. Selbst wenn Sie ein wenig recherchieren, werden Sie oft feststellen, dass diese Begriffe austauschbar verwendet werden.

Es gibt jedoch einige wichtige Unterschiede. In diesem Artikel gehen wir auf die Definition von Lernzielen und Lernergebnissen und auf die Unterschiede und Vorteile ein. Wir zeigen, warum es wichtig ist, sie zu verstehen, damit Sie die Effektivität Ihres E-Learnings verbessern können. Lassen Sie uns zunächst die Definitionen klarstellen.

Was sind Lernziele?

Lernziele sind die „Navigationspunkte“ einer Lernreise. Sie bauen auf dem vorhandenen Wissen der Lernenden auf, geben einen Überblick über die Lerninhalte des Kurses und beschreiben, was Ausbilder*innen mit ihrem Kurs erreichen möchten.

Gut formulierte Lernziele sind:

  • spezifisch: Lernziele sollten klar und eindeutig formuliert und auf die spezifischen Bedürfnisse der Lernenden abgestimmt sein.
  • messbar: Lernziele enthalten klare Indikatoren zur Messung des Lernfortschritts.
  • erreichbar: Lernziele sollten realistisch und auf die Fähigkeiten der Lernenden zugeschnitten sein. Unrealistische Ziele können Lernende frustrieren und die Lernmotivation beeinträchtigen.
  • relevant: Lernziele sollten für die Entwicklung der beruflichen Fähigkeiten der Lernenden relevant sein.
  • termingebunden: Lernziele sollten in einem bestimmten Zeitraum erreicht werden können.

Warum sind Lernziele wichtig?

Lernziele sind ein zentraler Baustein eines erfolgreichen Lernprozesses. Sie beschreiben nicht nur die Themen, die Ausbilder*innen in ihrem Kurs behandeln möchten, sie geben auch den „roten Faden“ für die Inhaltserstellung vor und ermöglichen es, zielgerichtet an den Lerninhalten zu arbeiten. Lernziele dienen zudem als Leitfaden zur Nachverfolgung des Lernfortschritts und zur Messung der Lernergebnisse.

Was sind Lernergebnisse?

Lernergebnisse sind die „Endstation“ der Lernreise, also das erwartete Resultat eines Lernprozesses. Lernergebnisse definieren die spezifischen, messbaren Kenntnisse und Fähigkeiten, die Lernende durch die Teilnahme an einem Kurs erworben haben.

Gut formulierte Lernergebnisse:

  • sind spezifisch und messbar, damit beurteilt werden kann, ob Lernende sie erreicht haben. Sie sollten sich auf konkrete und überprüfbare Fähigkeiten oder Verhaltensweisen beziehen.
  • sind beobachtbar. Das bedeutet, Ausbilder*innen sollten in der Lage sein, Fähigkeiten oder Kenntnisse zu beobachten oder zu bewerten.
  • spiegeln den Kontext wider, in dem die erworbenen Fähigkeiten oder das Wissen angewendet werden können. Sie verdeutlichen, wie das Gelernte in realen Situationen genutzt werden kann.
  • sind relevant für den Lerninhalt. Sie sollten direkt auf den Kursinhalt abgestimmt sein und die Schlüsselaspekte des Lernens reflektieren
  • sind mit dem Kursziel konsistent.

Warum sind Lernergebnisse wichtig?

Ausbilder*innen und Autor*innen können die Lernergebnisse nutzen, um die Effektivität Ihrer Kurse zu überprüfen und die Inhalte zu verbessern. Beim Formulieren von Lernergebnissen werden sie zum Beispiel aufgefordert, sich in die Lage der Lernenden zu versetzen und erhalten ein besseres Verständnis des übergeordneten Schulungszwecks, indem sie die angestrebten Lernergebnisse bewusst in Worte fassen.

Lernergebnisse sind auch deshalb wertvoll, weil sie Ausbilder*innen, Lernenden und Administrator*innen klare, messbare Beurteilungskriterien geben, mit denen sie feststellen können, ob der Kurs seinen Zweck erfüllt hat oder ob sie ihre Herangehensweise ändern müssen. Wenn Sie mit einem klaren Lernergebnis beginnen, aber feststellen, dass der Kurs fehlschlägt oder dieses Ergebnis nicht erzielt, wissen Sie, dass Sie Ihren Ansatz überdenken müssen.

Wenn Sie Schulungsmanager*in sind, werden Sie vermutlich auch an den finanziellen Aspekt von Lernergebnissen denken. Schließlich investiert Ihr Unternehmen wertvolle Ressourcen in das Schulungsprogramm. Daher ist es wichtig, dass die Schulungsinhalte eine gute Rendite für diese Investition erzielen. Lernergebnisse sind genau diese Kapitalrendite.

Das bedeutet, klare, messbare Lernergebnisse sind unerlässlich, um festzustellen, ob eine bestimmte Schulungsaktivität Zeit und Geld wert ist. Wenn ein Kurs keine Lernergebnisse liefert, ist es Zeit, eine neue Strategie auszuprobieren.

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Der Unterschied zwischen Lernzielen und Lernergebnissen

Lernziele definieren den Zweck des Lernens und geben an, was die Lernenden erreichen sollen. Lernziele werden normalerweise aus der Perspektive der Ausbilder*innen betrachtet (was möchte der/die Ausbilder*in erreichen?).

Lernergebnisse spiegeln die konkreten Ergebnisse des Lernens wider. Sie geben an, in welchem Umfang die Lernenden die angestrebten Lernziele erreicht haben. Lernergebnisse werden eher aus der Perspektive der Lernenden gesehen (Was wird mir der Kurs beibringen? Wie kann ich die erworbenen Fähigkeiten/das Wissen im Berufsalltag nutzen?). Natürlich sind beide eng miteinander verbunden, da die Ziele der Ausbilder*innen letztlich in Lernergebnisse umgesetzt werden, solange der Kurs seinen Zweck erfolgreich erfüllt.

Durch das Verständnis dieser subtilen Unterschiede können Ausbilder*innen und Lernende ihre Lernreise gezielt gestalten und sicherstellen, dass das Erreichen von Zielen nicht nur eine Absicht bleibt, sondern in konkreten Ergebnissen sichtbar wird.

Vorteile von Lernzielen

Wie vorstehend erwähnt, tragen Lernziele dazu bei, die Zielstrebigkeit aller beteiligten Parteien zu fördern. Sie ermöglichen es Autor*innen und Ausbilder*innen, ihren Fokus von der Bereitstellung einer ansprechenden Lernerfahrung auf die Gestaltung zu verlagern. Davon profitieren Lernende und Administrator*innen.

Lassen Sie uns die Vorteile für die einzelnen Gruppen betrachten.

Vorteile für Lernende

  • Orientierung: Lernende erhalten vorab einen Eindruck der Fragen, die in dem Kurs gestellt werden. So können sie sich ein besseres Bild davon machen, wie sich ihre Fähigkeiten und ihr Wissenstand verändern werden, wenn sie sich dafür entscheiden, einen Kurs zu belegen.
  • Interaktion der Lernenden: Wenn sie die angestrebten Lernziele vorab kennen, können Lernende Kurse auswählen, die ihren Interessen und Zielen entsprechen. Sie können bestimmte Inhaltsabschnitte aufarbeiten, selektiv mit dem Material interagieren, feststellen, ob sie andere Lernmethoden benötigen, entscheiden, welche Abschnitte sie überspringen möchten oder ihren eigenen Kursfortschritt einschätzen.

Vorteile für Ausbilder*innen und Autor*innen

  • Inhaltliche Planung: Zu wissen, welche Fragen ein Kurs oder Modul beantworten soll, kann die Inhaltserstellung erleichtern. Ausbilder*innen und Autor*innen können Abschnitte strategisch aufeinander aufbauen, feststellen, wie lange das Durcharbeiten der einzelnen Abschnitte dauert und sogar identifizieren, welche Informationen, Funktionen oder welches Bildmaterial benötigt werden. Mit anderen Worten – sie können mit einer Kursgliederung arbeiten, auf die sie ihre Inhalte ausrichten können.
  • Strategisches Anpassen von Inhalten: Für Autor*innen können Lernziele eine Grundvoraussetzung für die Entwicklung von Folgeinhalten sein. Sie bieten Autor*innen und Ausbilder*innen die Möglichkeit, zu beurteilen, ob die Kursinhalte das erwartete Verhalten korrekt widerspiegeln. Basierend auf dieser Einschätzung können sie die Kursinhalte entweder besser an die Lernziele anpassen oder sogar relevante Folgekurse erstellen.

Vorteile für Administrator*innen und Vorgesetzte

  • Bessere Leistungseinschätzung: Das Ziel eines jeden Tests ist die Überprüfung des Lernfortschritts und das Erteilen von Feedback für die Lernenden. Lernziele können als Bewertungsrichtlinie dienen und diesen Prozess vereinfachen. Administrator*innen können Lernziele als konkreten Standard zur Messung des Lernfortschritts und des Lernerfolgs heranziehen. Dies kann ferner dazu führen, dass Lernende ein präziseres und aussagekräftigeres Feedback erhalten.

Bevor Sie Lernziele formulieren können, müssen Sie die Lernstufen identifizieren, die die Lernenden erreichen sollen. Die Bloomsche Taxonomie mit sechs Lernstufen ist der Branchenstandard.

Die grundlegendste Lernstufe ist das „Erinnern“ und die höchste Lernstufe ist das „Erstellen“. Wir helfen Subject-matter Experts (Fachexpert*innen ohne didaktischen Hintergrund) mit unserem Lernziel-Ersteller effektive Lernziele zu formulieren. Die Bloomsche Taxonomie ist nahtlos in unsere Software integriert und ermöglicht es Autor*innen, Lernziele in vier einfachen Schritten zu erstellen.

Vorteile von Lernergebnissen

Untersuchen wir abschließend, wie klare Lernergebnisse die Lernerfahrung für die drei Hauptakteure eines Lernprogramms verbessern: Lernende, Ausbilder*innen und Administrator*innen / Vorgesetzte:

Vorteile für Lernende

  • Sie vermitteln den Lernenden ein besseres Verständnis der spezifischen Kenntnisse und Fähigkeiten, die sie während des Kurses erwerben werden.
  • Wenn sie sich von Anfang an auf die Ergebnisse konzentrieren, rücken die relevanten praktischen Kenntnisse und Fähigkeiten, die erworben werden sollen, stärker in den Vordergrund.
  • Das macht das Lernen effektiver, da die Lernenden klarer erkennen können, wie das gewünschte Ergebnis aussieht.
  • Klare Lernergebnisse helfen den Lernenden auch zu erkennen, warum Inhalte und Beurteilungen für sie relevant sind.

Vorteile für Ausbilder*innen

  • Durch die Konzentration auf Lernergebnisse werden Ausbilder*innen stärker mit der Sichtweise der Lernenden konfrontiert. Sie verdeutlichen auch den übergeordneten Zweck der Kurserstellung.
  • Sie helfen Autor*innen bei der Auswahl der besten Beurteilungstechniken.
  • Sie dienen Ausbilder*innen als messbarer Standard zur Beurteilung des Kurserfolgs.

Vorteile für Administrator*innen / Vorgesetzte

  • Durch die Definition von Lernergebnissen können Vorgesetzte messen, ob ein bestimmter Kurs, eine bestimmte Ressource oder eine bestimmte Aktivität eine gute Kapitalrendite erzielt hat.
  • Administrator*innen können die Wirksamkeit ihres gesamten Schulungsprogramms anhand der Lernergebnisse bewerten.
  • Sie dienen als Leitfaden für die Bewertung der Leistung von Autor*innen, die bei Bedarf ihre Methoden verbessern können, um bessere Ergebnisse zu erzielen.
  • Durch die Konzentration auf Lernergebnisse können Administrator*innen ein lernorientiertes Schulungsprogramm erstellen, bei dem alle Aktivitäten darauf ausgerichtet sind, den Lernenden das Wissen und die Werkzeuge zu vermitteln, die sie für ihren Erfolg benötigen.

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Kasper Spiro ist Co-Founder & Chief Learning Strategist von Easygenerator sowie ein anerkannter Vordenker in der Welt des E-Learning. Mit über 30 Jahren Erfahrung ist er ein häufig angefragter Hauptredner und bekannter Blogger in der E-Learning-Community.

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